Leitgedanken & Reglement

Inhalt:

Betriebsreglement

Essensgrundsätze

Eingewöhnungskonzept

 

 

Essensgrundsätze

1. Leitsätze

Für eine gesunde Entwicklung eines Kindes ist eine ausgewogene Ernährung mit ausreichenden Nährstoffen entscheidend. Aus diesem Grund steht eine gesunde Ernährung im Vordergrund, nicht die Vorlieben/ Abneigungen der Kinder. Essgewohnheiten werden schon im Kleinkindalter geprägt, Vorlieben und Abneigungen gebildet. Wer sich im Kindesalter gesund ernährt, wird dies auch als Erwachsene eher tun. Das Essen soll den Kindern Freude bereiten, wir begleiten die Kinder ohne Zwang und schaffen eine entspannte Tischsituation. Wir respektieren, wenn sich das Kind satt fühlt; Kinder sollen lernen, sich auf ihr Sättigungsgefühl zu verlassen und nicht gezwungen werden, den Teller leer zu essen.

Folgende Mahlzeiten gibt es in der Kinderkrippe Tatzelwurm:

Frühstück         7.45 Uhr – 8.20 Uhr
Znüni                ca. 9.45 Uhr
Mittagessen     11.30 Uhr – ca. 12:15 Uhr
Zvieri                15.30 Uhr

2. Ernährungserziehung
2.1. Allgemeines

Beim Morgenessen sowie beim Znüni darf das Kind selber entscheiden, ob es an den Tisch kommen möchte oder nicht. Das Mittagessen und der Zvieri gehören zu einem Gemeinschaftserlebnis, hier kommen alle Kinder an den Tisch, müssen aber nichts essen/ trinken, wenn sie nicht möchten.

Das Mittagessen und den Zvieri beginnen wir gemeinsam mit einem Ritual. Die Kinder werden beim Essen zur grösstmöglichen Selbständigkeit erzogen. Beim zweiten Mal dürfen sich die Kinder selber schöpfen, auch die Kleinsten. Dabei erhalten sie von uns den Fähigkeiten entsprechende Unterstützung.

2.2. Süssigkeiten, Esswaren von Zuhause

In der Kinderkrippe Tatzelwurm wird auf Süssigkeiten weitgehend verzichtet. Somit ist es den Eltern überlassen, ab welchem Alter und wieviel Süsses ihre Kinder konsumieren. Süssigkeiten zu besonderen Anlässen (Geburtstage, Abschiedsfeiern etc.) sind erlaubt. Kinder nehmen keine Esswaren von zu Hause mit. Dies kann zu Neid und Streitereien führen und ist gegenüber den anderen Kindern unfair.

2.3. Kommunikation

Wir versuchen Tischgespräche zu führen, an denen sich alle Kinder beteiligen können. Der Kontakt unter den Kindern soll gefördert werden. Wir unterstützen die Kinder im Äussern ihrer Meinung, indem wir aktiv zuhören. Wir sprechen mit den Kindern über das Essen und benennen die einzelnen Lebensmittel. Das Rücksicht nehmen, teilen und warten kann in der Tischsituation gut geübt werden.

2.4. Wie motivieren wir die Kinder?

Beim Kennenlernen eines neuen Lebensmittels sind alle Sinne beteiligt, das Sehen, Fühlen, Riechen, Hören – und schließlich auch das Schmecken. Es ist wichtig, dass neue Lebensmittel mehrmals und regelmäßig wiederholt angeboten werden, bis ein Kind sich dazu entschließt, sie in den Mund zu nehmen, sie zu probieren und dann später zu entscheiden, ob es sie mag oder nicht. Im Schnitt braucht es für diese Entscheidung 10 bis 15 Kontakte mit ein und demselben Lebensmittel. Die Kinder werden ohne Druck und ohne drängen zum Probieren animiert, aber nicht gezwungen. Hat ein Kind das Essen nicht gerne, hat es Resten vom Vortag oder es wird ihm eine geschnittene Frucht angeboten.

 Zum Nachahmen gehört das Vorleben: Wir sind Vorbilder für die Kinder. Besonders hilfreich ist es, wenn wir den Kindern das Essverhalten vorleben, das wir von ihnen wünschen. Wir sind uns stets bewusst, dass die Kinder unser Verhalten nachahmen. Indem wir auch mal etwas probieren, was wir nicht kennen oder nicht mögen, gehen wir mit positivem Beispiel voran.

2.5. Allergie/ Unverträglichkeit/ Spezielle Nahrung

Für Kinder mit einer Allergie wird separat gekocht. Benötigt ein Kind aufgrund einer Allergie oder Unverträglichkeit spezielle Nahrung, so muss ein Arztzeugnis vorgelegt werden. Kinder, die aus religiösen Gründen kein Schweinefleisch essen dürfen, wird eine Alternative gekocht.


2.6. Trinken

Die Kinder bekommen Wasser oder ungesüssten Tee. Die Trinkflasche steht allen Kindern jederzeit und griffbereit zur Verfügung. Kinder welche beim Essen nicht viel trinken, soll im Alltag die Trinkflasche vermehrt angeboten werden. Bei körperlicher Betätigung, wenn es sehr heiss ist oder wenn die Kinder erkältet sind, werden sie von uns zum Trinken animiert.

2.7. Ernährung Babys

Es ist uns wichtig, dass Babys wenn möglich den Rhythmus von zuhause beibehalten. Mit dem Älterwerden versuchen wir den Rhythmus dem Tagesablauf der Kinderkrippe anzupassen. Die Köchin kocht Brei aus frischem Gemüse, welcher eingefroren und bei Bedarf aufgetaut wird. Es stehen immer drei verschiedene Gemüsebreie zur Verfügung, damit die Kinder Abwechslung haben und sich die Geschmacksnerven entwickeln können.

3. Zusammensetzung der Menüs
3.1. Einkauf

Gemüse/ Früchte kaufen wir wenn möglich beim Gemüsehändler ein, regionale und frische Produkte werden bevorzugt. Beim Metzger kaufen wir das Fleisch / Fisch ein. Das Brot wird in der Bäckerei Steiner geholt. Wir verzichten auf Fertiggerichte, Fertigsaucen und stark vorverarbeiteten Produkten mit synthetischen Farb- und Konservierungsstoffen, künstlichen Aromen oder Geschmacksverstärkern.

3.2. Frühstück

Bei jedem Frühstück gibt es Kohlenhydrate (ungezuckerte Getreideflocken oder Brot) und Milchprodukte (Milch und/ oder Käse). Die Kinder trinken Milch, Wasser oder ungesüsster Tee. Um Zucker zu reduzieren, tischen wir Konfitüre mit mindestens 60% Fruchtanteil auf.

3.3. Znüni

Zum Znüni gibt es täglich frische Früchte. Darvida/ Reiswaffeln etc. gibt es als Ausnahme an aktiven Tagen (Hallenbad/ Wald/ Ausflüge) wo viel Energie benötigt wird.

3.4. Mittagessen

Das Mittagessen bietet eine ausgewogene und vollwertige Ernährung unter den folgenden Bedingungen:

  • 2x pro Woche Fleisch oder Fisch
  • Weisses Fleisch (Poulet, Truthahn) wird gegenüber Rotem (Rind, Schwein) bevorzugt
  • 1x pro zwei Wochen Suppe (kalt oder warm)
  • 1x pro zwei Wochen Hülsenfrüchte
  • Täglich Salat und rohes oder gekochtes Gemüse
  • Ausreichende Menge Eiweiss
  • Zu jedem Mittagessen eine kohlenhydrathaltige Beilage
3.5. Zvieri
  • Entweder eine eiweiss- oder kohlenhydrathaltige Komponente
  • 2x pro Woche Früchte (ganz oder in einem Smoothie, Shake, Creme…) zusammen mit einer eiweisshaltigen Komponente
  • 1x pro Woche gibt es Gemüse mit Magerquark Dip (Gemüse wird mit den Kindern gerüstet )

leichter leben web 

Quellen:

  • Schweizerische Gesellschaft für Ernährung
  • Nicoletta Weber, Ernährungsberaterin FH, Leichter leben www.leichter-leben-zh.ch
  • Weiterbildung Feb. 2015 „Ernährungsbewusste Kindertagesstätte“ Bildungsdirektion Kanton Zürich/ Amt für Jugend und Berufsberatung
  • Empfehlungen für eine gesunde Verpflegung in Kitas: Stadt Zürich/ Schulgesundheitsdienste

 

Eingewöhnungskonzept

Dieser Leitfaden gibt einen Überblick über den Eintritt in die Kinderkrippe Tatzelwurm und dient dazu, einen möglichst optimalen Weg für das Kind zu finden. Ob sich ein Kind längerfris-tig in der Krippe wohl fühlt, hängt davon ab, wie die Eingewöhnungszeit verlaufen ist. Wir stüt-zen uns mit diesem Leitfaden auf das Berliner Eingewöhnungsmodell und auf die gesammelten Erfahrungen der Betreuungspersonen.

Die Dauer einer Eingewöhnung ist nicht voraus zu sehen, da jedes Kind andere Bedürfnisse hat. Eine optimale Eingewöhnungszeit dauert zwischen drei Wochen und zwei Monaten.

Vor der Eingewöhnung  können die Eltern mit ihrem Kind über die neue Phase ihres Lebens sprechen und  das Kind auf die Krippe vorbereiten. Die Eltern und die Betreuungsperson lernen sich ungefähr vier Wochen vor Eintritt  beim Eintrittsgespräch kennen.

Das 3 Phasen- Modell der Eingewöhnung:

Das Eingewöhnen wird in 3 Phasen eingeteilt. Es kann sein, dass dieses Modell nicht bei jedem Kind angewandt werden kann und ein anderes Vorgehen gewählt wird. Dabei verfolgen wir das Ziel: Wir möchten, dass sich ein Kind bei uns wohl und geborgen fühlt!

1. Phase, die Grundphase: Dauert  in der Regel drei Tage, es  finden keine Abschiede statt. Beim ersten Besuch findet eine Kontaktaufnahme zur neuen Umgebung und zur Betreuungs-person statt. Das Kind lernt Räume, Tagesablauf und Rituale kennen. Das neue Kind und die anderen Kinder der Gruppe nehmen Kontakt auf. Die Eltern halten sich sichtbar auf, verhalten sich passiv und drängen das Kind nicht, sich von ihnen zu entfernen. Aufgabe der Eltern ist es,  ein “sicherer Hafen“ zu sein.  Die Betreuerin nimmt Kontakt auf, am besten über ein Spielan-gebot, oder über eine Beteiligung am Spiel des Kindes.

2. Phase, die Stabilisierungsphase: In der Regel dauert diese Phase zwischen einer und zwei Wochen. Es ist ein schrittweises vorbereiten auf den Krippenalltag und die Beziehung zu der
Bezugsperson wird vertieft. Das Kind baut Vertrauen auf, dass die Eltern wieder kommen. Hier finden Abschiede zwischen Eltern und Kind statt, welche täglich gesteigert werden.
Bei den Trennungen sind die Eltern einige Minuten mit dem Kind im Gruppenraum, bevor sie sich verabschieden. Die Reaktion der ersten Trennung ist der Massstab für die Fortsetzung o-der den Abbruch dieses Trennungsversuches: wenn das Kind nach dem Weggang der Eltern verstört wirkt und sich nicht trösten lässt, wird die Mutter/ Vater zurückgeholt. Dies ist ein Zei-chen dafür, dass die Tragfähigkeit der neuen Beziehung noch nicht ausreicht, um das Kind zu trösten. Dann gibt es am nächsten Tag keinen Trennungsversuch, sondern die Eltern besuchen noch einmal mit dem Kind zusammen die Krippe. Am nächsten Tag findet ein weiterer Tren-nungsversuch statt. Bei der ersten Trennung sind die Eltern darum im Haus. In dieser Phase  wird das Kind  von der Bezugsperson betreut. Ungefähr in der 3. Woche versuchen die andern Betreuungspersonen Kontakt zum Kind aufzunehmen.

Wichtig: Die Trennung ist mit unterschiedlichen Gefühlen verbunden, das Kind kann auf die Trennung mit Tränen reagieren. Gefühle wie Trauer sollen zugelassen werden. Ein vertrautes Lieblingsspielzeug, ein Schnuller, Schmusetuch, Stofftier hilft beim Trösten. Um den Abschieds-schmerz nicht in die Länge zu ziehen, ist es für das Kind eine Hilfe, wenn einmal „Tschüss“ ge-sagt wird und die Eltern dann gehen. Die Eltern schleichen sich nicht hinaus, sondern verab-schieden sich jedes Mal.  Auch für die Eltern kann die Trennung eine schmerzliche Erfahrung sein, wofür wir grosses Verständnis haben. Negative Gefühle und Unsicherheiten können sich aber auf das Kind übertragen. Ein positives Gefühl von Seiten der Eltern ist eine Grundvoraus-setzung für eine gelungene Eingewöhnung. Eltern die sich selbst und ihrem Kind diese Aufgabe zutrauen, tragen viel dazu bei, den Eingewöhnungsprozess glücklich zu bewältigen.

Der Informationsaustausch ist wichtig: Es ist hilfreich, wenn die Eltern die Krippe über spezi-elle Ereignisse, wie zum Beispiel eine schlechte Nacht oder Krankheit über das Wochenende, in Kenntnis setzt. So kann besser auf das Bedürfnis des Kindes eingegangen werden. Die Bezugs-person gibt ehrlich Auskunft darüber, wie es dem Kind während der Trennung ergeht. Kommen Unklarheiten auf, suchen die Eltern oder die Bezugsperson das Gespräch. So werden die Bezie-hung und das Vertrauen zwischen Familie und Krippe aufgebaut.  

3. Phase, die Schlussphase: Das Kind kann schon während seinen angemeldeten Tagen in die Krippe kommen, wobei  es jedoch um 16:30/ 17:00 abgeholt werden soll. Bekommt das neue Kind mit, dass andere abgeholt werden, ist es für das neue Kind eventuell ein Warten auf die Eltern. Die Eltern sind jederzeit telefonisch erreichbar, falls die Tragfähigkeit der neuen Bezie-hung zur Bezugsperson noch nicht ausreicht um das Kind aufzufangen.  Die Eltern wiederum können sich jederzeit telefonisch über das Wohlergehen des Kindes informieren. Die Einge-wöhnung ist abgeschlossen, wenn das Kind die Betreuungspersonen als „sichere Basis“ akzep-tiert hat und einen ausgeglichenen Eindruck macht. Das Kind fühlt sich im Tagesablauf sicher und es knüpft Freundschaften zu den anderen Kindern.

Nach der Eingewöhnung: Nach drei Monaten findet ein kurzes Auswertungsgespräch der Ein-gewöhnungszeit statt. Dieses soll ein Rückblick auf die erste Zeit sein und gibt den Eltern die Möglichkeit, sich in Ruhe mitteilen zu können.

Beispiel einer Eingewöhnung

Folgende Eingewöhnungszeiten haben sich bewährt. Die Betreuungsperson muss aber flexibel und sensibel sein um den Prozess der Eingewöhnungszeit optimal für das Kind zu gestalten.

1. Woche/ Phase 1

Montag

1- 1½ h

Keine Trennung

Dienstag

1- 1½ h

Keine Trennung

Mittwoch

Pause

Donnerstag

1- 1½ h

Keine Trennung

Freitag

1h- 2h

1/2 – 1h Trennung

2. Woche/ Phase 2

Montag

9.30 – 11.30 Uhr

1 – 2 h Trennung

Dienstag

9.30 – 12.15 Uhr mit Mittagessen

Trennung

Mittwoch

Pause

Donnerstag

9.30 – 12.15 Uhr mit Mittagessen

Trennung

Freitag

9.30 – 14.00 Uhr mit Mittagessen und schlafen

Trennung

3. Woche/ Phase 3

Bei einer gut verlaufenden Eingewöhnung kommt das Kind in der 3. Woche “seine“ Krippentage. Bei Kindern, die 2 Tage kommen, wird empfohlen, einen dritten Tag zu kommen.

Montag

08.45 – 14.00 Uhr mit Mittagessen und schlafen

Trennung

Dienstag

08.45 – 15.00 Uhr mit Mittagessen und schlafen

Trennung

Mittwoch

Pause

Donnerstag

08.45 – 16.00 Uhr mit Mittagessen und schlafen

Trennung

Freitag

Pause

Ab der 4. Woche

Das Kind besucht seine Tage jedoch nur bis 16:30/ 17:00 Uhr. Ab der 5.Woche kann das Kind die Krippe so besuchen, wie die Eltern den Platz benötigen.

 

Wir freuen uns auf alle neu eintretenden Kinder, mit all ihren individuellen Persönlichkeiten und Bedürfnissen. Wir danken den Eltern für ihr grosses Ver-trauen und freuen uns auf die Zusammenarbeit!

Ihr Tatzelwurm Team

Öffnungszeiten

Die Krippe ist täglich von Montag bis Freitag, jeweils von 6.45 Uhr bis 18.15 Uhr geöffnet.

Konkakt

Kinderkrippe Tatzelwurm
Talstrasse 22
8707 Uetikon am See
info@tatzelwurm.ch
Tel. 044 920 72 48

Krippenleiterin: Marisa Hari